Wasserstoff-News

Schober schockiert über EU-Kommission

Zweifelhaftes Atomkraft- und Erdgasbekenntnis

Landshuts H2-Pionier Joachim Schober hat mit Unverständnis auf den Vorschlag der EU-Kommission reagiert, Atomenergie unter bestimmten Bedingungen als klimaneutral einzustufen. Dies soll dann passieren, wenn die Anlagen den neuesten technischen Standards entsprechen und ein Plan für eine Entsorgungsanlage für hoch radioaktive Abfälle vorliegt. Auch Erdgaskraftwerke sollen demnach als „grün“ eingestuft werden, um Investoren für diese grundlastfähige Energieversorgung nicht abzuschrecken.

„Ich bin ehrlich gesagt schockiert und kann überhaupt nicht verstehen, wieso hier aus dem Nichts so eine Debatte eröffnet wird. Das ist ein fatales Zeichen, mit dem sich die EU in Bezug auf die gesetzten Klimaziele unglaubwürdig macht. Erst wird der Verbrennungsmotor abgeschafft, aber dann durch die Hintertür die Batterien dieser Welt unter grünem Label doch wieder mit fossiler Energie geladen. Für mich ist das nichts anderes als blanker Aktionismus.“

Was Schober meint: Durch die „Vergrünung" von Atomkraft und Erdgas würden die guten Fortschritte der letzten Jahre auf dem Weg in die echte Klimaneutralität mit sauberer Energie zunichte gemacht und stark abgebremst. Der Veldener hält diese Marschrichtung für wenig sinnvoll, zumal eine Installation von regenerativen Energieerzeugungsanlagen und Wasserstoffspeichern nicht länger dauern würde als der Aufbau neuer Atom- und Gaskraftwerke, die Energieversorgung aber ebenso sichern würde. Und das wahrscheinlich sogar stabiler, zielgerichteter, deutlich klimaneutraler und frei von fossilen Rohstoffen und unüberschaubarer Gefahren in der Zukunft.

„Ich verstehe, dass die sichere Energieversorgung eine Herausforderung ist. Auch die Interessen der einzelnen EU-Staaten diesbezüglich unter einen Hut zu bekommen, mag schwierig sein. Aber jetzt „übergangsweise“ genau die Energiesektoren wieder zu fördern und neu aufzubauen, von denen wir uns gerade entfernen wollten, ist der falsche Weg. Jetzt fehlt nur noch, dass Atommüll das Bio-Siegel aus der EU erhält, wenn weiterhin kein Endlager dafür gefunden werden kann.“