Wasserstoff-News

Schober kritisiert EU-Kommission scharf

„Haben große Chance verpasst“

Landshuts Wasserstoff-Pionier Joachim Schober hat scharfe Kritik an der EU-Kommission geübt. Diese hatte am Mittwoch ihr Gesetzespaket "Fit for 55" verabschiedet und darin auch faktisch das Aus für den Verbrennungsmotor ab 2035 beschlossen. Demnach sollen neue Pkw und Lkw dann keine Treibhausgase mehr ausstoßen dürfen. Ein Sachverhalt, der in den Augen des Auto Schober-Geschäftsführers sehr richtig und wichtig ist, aber völlig falsch kommuniziert wurde.

Der 46-jährige Unternehmer, der demnächst in Geisenhausen das weltweit erste klimaneutrale Autohaus mit Wasserstoff als Energieträger bauen wird, stört sich vor allem am Rollenverständnis der EU-Kommission: „Die Verantwortlichen in Brüssel haben mit diesem Paket eigentlich eine hervorragende Basis geschaffen, um unsere Gesellschaft Stück für Stück klimaneutral zu machen. Und dann wird das Ganze mehr oder weniger geräuschlos verabschiedet – und alles, was in der öffentlichen Wahrnehmung hängenbleibt, ist das Ende des Verbrennungsmotors per se. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die EU-Kommission aktiv Wege aufzeigt, vorangeht, Stellung bezieht, wie bei vielen anderen wichtigen Themen auch. Und diese große Chance haben die Verantwortlichen meiner Meinung nach sträflich verpasst.“

Schober selbst ist seit vielen Jahren als Vorreiter in Sachen alternative Antriebe und Mobilität der Zukunft bekannt. Neben seinem H2-Projekt betreibt er mit über 40 Toyota Mirai die größte Wasserstoff-Flotte Europas. Als Mitglied in der Wasserstoff-Initiative Landshut war er mitentscheidend für den Erhalt der 20-Millionen-Förderung der Wasserstoffregion Landshut durch das Bundeswirtschaftsministerium. Und darüber hinaus ist er regelmäßig auf Veranstaltungen und Seminaren zu Gast und spricht dort über Wege in eine global emissionsfreie Zukunft.

Eine Aufklärer-Rolle also, die er in der aktuellen Diskussion vermisst: „Das Problem ist, dass es hier nicht nur um das Ende des Verbrennungsmotors, nicht nur um die Automobilindustrie geht. Wir müssen es hinbekommen, auch das Umdenken außerhalb der Mobilität stärker voranzutreiben. Und zwar in allen anderen und sehr viel umfangreicheren Sektoren, die derzeit zum Beispiel große Mengen an Erdgas verbrennen. Das wäre ein wichtiger, großer Dienst für die Klimaneutralität. Und natürlich, aktiv darüber zu sprechen, dass es konkret darum geht, keine Neufahrzeuge mehr mit Verbrennungsmotor zuzulassen, die fossilen Kraftstoff tanken. Aktiv darauf hinzuweisen, dass die 1,4 Milliarden Verbrennungsmotoren auf unserem Planeten sehr wohl eine Zukunft haben, wenn wir endlich bei der Entwicklung klimaneutraler, synthetischer Kraftstoffe einen anderen Gang einlegen. Aktiv darauf hinzuweisen, dass die Abkehr von Emissionen sehr breite wirtschaftliche Chancen mit sich bringt und auch die einkommensschwache Bevölkerungsschicht mitgenommen wird. Und nicht einfach nur schwarz zu malen und im stillen Kämmerlein Einschränkungen zu beschließen. Das ist für mich der grundlegend falsche Weg.“