Wasserstoff-News

Schober begrüßt BMW-Bekenntnis zu Wasserstoff

„Starkes Plädoyer genau zur richtigen Zeit“

„Wenn Sie keinen TOYOTA kaufen – dann jetzt bitte wenigstens einen BMW!“ Mit großem Wohlwollen hat Landshuts Wasserstoff-Pionier Joachim Schober auf das H2-Bekenntnis von BMW-Chef Oliver Zipse reagiert. Der Vorstandsvorsitzende des bayerischen Autobauers hatte bei der Vorstellung des Quartalsberichts 2021 gesagt, sein Unternehmen werde künftig auf eine kompromisslos elektrische Fahrzeugarchitektur setzen, egal ob mit Batterie oder Wasserstoff.

Für Schober eine enorm wichtige, richtungweisende Aussage nach einer Phase, in der bei den wichtigsten Automobilkonzernen Deutschlands vermehrt Stimmen gegen H2 laut geworden waren: „BMW-Chef Oliver Zipse steht wie ein Fels in der Brandung, geht unseren Wasserstoff-Weg konsequent mit und positioniert sich bewusst gegen die Pläne aller anderen Hersteller, künftig nur noch auf die Batterie zu setzen. Das imponiert mir und ist ein starkes Plädoyer genau zur richtigen Zeit.“

Der Hintergrund: VW-Chef Herbert Diess hatte sich kürzlich öffentlich klar gegen einen Einsatz der Brennstoffzelle in den kommenden PKW-Modellen der Wolfsburger ausgesprochen – primär aus Kostengründen. Und auch Audi und Daimler planen laut Medienberichten wohl künftig komplett ohne die Brennstoffzellentechnologie.

Schober, der selbst mit über 40 Toyota Mirai Europas größte H2-Flotte betreibt, sieht darin eine große Gefahr: „Wir müssen aufpassen, dass uns diese eingleisige Fahrweise in Richtung Zukunft nicht zum Verhängnis wird, und das nur, weil wir kurzfristig gewinnorientiert denken, in Quartalen oder zumindest wenigen Jahren. Es geht darum, dass wir nicht nur im Bereich Mobilität einen radikalen Wandel vollziehen, sondern unsere Energieversorgung auf zerstörungsfreie Beine stellen – und dafür müssen wir alle uns zur Verfügung stehenden, nachhaltigen Technologien bestmöglich nutzen. Denn am Ende hilft es nichts, wenn wir die 1,4 Milliarden Fahrzeuge auf unserem Planeten auf Batterie umgestellt haben, aber an die Grenzen unserer Ressourcen kommen und zudem feststellen, dass wir noch immer keinen langfristigen und einfach transportierbaren Speicher für regenerative Energien haben. Wollen wir die Erde wirklich klimaneutral bekommen, müssen wir Batterieautos künftig an Wasserstoffspeichern laden und die entstehende Abwärme in Gebäuden nutzen.“

Und auch das Kostenproblem lässt Schober nicht als Argument gegen den Wasserstoff gelten: „Wir müssen einer Technologie die Chance geben, sich zu entwickeln. Sehen wir uns das Beispiel Flachbildfernseher an: Da kostete einer um das Jahr 2000 herum noch mehrere tausend Euro – heute bekomme ich die allerneueste Technik für einen winzigen Bruchteil davon. Ein reiner Vergleich von H2 auf Basis seiner Herstellungskosten zum heutigen Zeitpunkt ist daher schlichtweg kurzsichtig und gefährlich. Wenn ich global denke und die Chancen sehe, die dieser Energieträger weit über den Bereich Mobilität hinaus bietet, sollte er vielleicht nicht einfach so vorschnell fallen gelassen werden.“

Neben dem Autohaus Schober samt Mutterkonzern Toyota hat sich nun also auch BMW zu einer Marschrichtung pro Wasserstoff bekannt. Geht es nach Schober, sollen die Unternehmen auch darüber hinaus – wie bereits bei der Supra / Z4-Kooperation – eng für weitere Projekte rund um die Brennstoffzellen-Technologie zusammenarbeiten.